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THEMA: 49-Zoll Samsung UHD-TV als Monitor oder: Size DOES matter

49-Zoll Samsung UHD-TV als Monitor oder: Size DOES matter 03 Okt 2018 14:21 #1483

  • Ratman
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Moin zusammen.

Ich bin gerade in Schreiblaune und wollte euch kurz was zu meinem "Arbeitsplatz", erzählen, also meinem Schreibtisch, auf dem mein PC steht und wo ich sowohl private Dinge wie Bildbearbeitung und PC-Gaming betreibe als auch teilweise beruflich arbeite. Das Ungewöhnliche daran ist, dass ich als Anzeigegerät keinen gewöhnlichen PC-Monitor verwende, sondern ein 49-zölliges LED-TV von Samsung!

Warum ich mir so ein Monster auf den Schreibtisch packe? Dazu muss ich etwas ausholen. Ich habe immer schon gerne viel Fläche für meine Betriebssysteme zur Verfügung gehabt. Das fing schon bei meinen ersten PCs an. Meine "Computerlaufbahn" fing ich mit einem Amiga A500 Anfang der 90er an. Ok, da hatte man nicht wirklich eine Alternative, denn es gab zu dieser Zeit nur die Wahl zwischen dem Commodore 1084S, einem Farbmonitor mit 14" Größe basierend auf dem PAL TV-Standard, oder halt einem Fernseher. Da der A500 nur die vergleichsweise geringen PAL- oder NTSC-Auflösungen verwendete, sah das am TV nicht besonders gut aus. Doch schon mein nächster Amiga, ein A2000, unterstützte die Verwendung von Grafik-Erweiterungskarten und schon bald verwendete ich als einer der ersten Amiga-User einen der damals begehrten 17-Zoll Monitore mit der wahnsinnigen Auflösung von 1024x768.

Später dann kam der erste Windows-PC hinzu und mit der Zeit wurde der 17-Zöller erst durch ein Gerät mit 19 Zoll, dann mit 21 Zoll ersetzt. Die Dinger waren echte Monster!. Mittlerweile hatte ich mein Hobby zum Beruf gemacht und arbeitete als IT-Consultant. So konnte ich mich den ganzen Tag mit PC-Kram beschäftigen und bekam sogar noch Geld dafür :) Mein Arbeitsplatz in der Firma wurde erst mit einem, dann sogar mit zwei 21"-Röhrengeräten ausgestattet, während die große Masse der Kolleg(inn)en noch mit einem 17 oder 19 Zoll großen Monitor vorlieb nahm. Als die TFTs dann ihren Siegszug antraten, wurden auch in unserer Firma die Röhrengeräte ausgemustert. Und da ich mit den Jahren auch meine Kollegen davon überzeugen konnte, dass man auf zwei Monitoren viel besser arbeiten kann als auf einem, wurde die Ausstattung mit zwei 22"-TFTs zum Standard im Unternehmen. Wahlweise gab es sogar zwei 24" Geräte. Diese waren wegen der verwendeten Full-HD Auflösung beser geeignet, wenn man relativ viel grafiklastige Anwendungen verwendete.

Da ich über die Firma einigermaßen günstig an die seinerzeit noch recht teuren 24-Zöller von Samsung rankam, gönnte ich mir auch für Zuhause ein solches Gerät. Nach ein paar Jahren kaufte ich mir ein baugleiches Teil über Ebay dazu, und nach ein paar weiteren Jahren kam ein dritter Monitor vom gleichen Typ auf den Schreibtisch. Hintergrund dafür war, dass ich so ab 2004 oder 2005 relativ ernsthaft Virtual Racing betrieb, also virtuelle Autorennen am PC im Multiplayerbetrieb. Über einige Jahre war ich Mitglied in einem Team von bis zu 14 Leuten und wir veranstaltenen ganze Meisterschaften, fuhren mit anderen Teams um die Wette und stifteten sogar einen Wanderpokal!.

Das Ganze machte natürlich umso mehr Spass, je mehr man das Gefühl hatte, wirklich in einem Auto zu sitzen. Obligatorisch ist da natürlich die Verwendung eines PC-Lenkrad mit Pedalen, aber einigermaßen perfekt war das Ganze nur mit drei Monitoren, so dass man nicht nur nach vorne schauen, sondern auf Monitor zwei und drei auch einen Blick nach Links und Rechts werfen konnte. Da ich im Team neben der Administration unserer eigenen Website und der Rennserver auch für das Bepinseln unserer Autos zuständig war, arbeitete ich recht viel mit Grafikprogrammen wie Paint Shop Pro. Und auch hier erwies sich die Verwendung mehrerer Monitore als Vorteil. So konnte man auf Monitor 1 das Grafikprogramm im FullScreen-Modus betreiben und hatte reichlich Platz für Paletten, und auf Moni 2 konnte dann in einem eigens dafür geschaffenen Programm der gerade in Arbeit befindliche Skin für das virtuelle Auto von allen Seiten auf einem 3D-Modell dieses Autos überprüft werden.

Mit der Zeit wurde es auch in der Firma üblich, einen oder zwei Tage mal nicht am Arbeitsplatz im Büro, sondern zuhause im sogenannten "Homeoffice" zu arbeiten. Neben der Spritersparnis hatte man zuhause oft auch mehr Ruhe und konnte sich Tätigkeiten wie dem Schreiben von Dokumentationen oder anderer Arbeiten widmen, für die man evtl. mehr Ruhe benötigt. Da meine Arbeit viel administrative Tätigkeiten beinhaltet, arbeite ich oft mit vielen Tools gleichzeitig. Und da kann man nie genug Fläche haben, beispielsweise für die Pflege der Gruppenrichtlinien, der Verwaltung von Usern und PCs im Active Directory oder wenn man mal wieder auf mehreren Servern gleichzeitig per Fernwartung zugange ist. Bei zwei oder drei Monitoren kann man einfach vieles im Fullscreen-Mode betreiben, ohne Fenster hin und herschieben zu müssen.

Dann kam Ende 2016 der Zeitpunkt, wo ich meine so langsam in die Jahre gekommenen Monitore mal gegen etwas Neues tauschen wollte. Der erste Monitor hatte zwischenzeitlich schon den Geist aufgegeben und wollte sein Backlight nicht mehr aktivieren. Die Frage war nun, was schaffe ich mir an? Wieder drei 24-Zöller? Oder einen dieser neuen superbreiten Curved-Geräte, die auch schon in unserer Firma im Test waren? Dann fiel mein Blick auf einen Saturn-Prospekt, wo mehrere Ultra-HD TVs angeboten wurden. Mir stellte sich spontan die Frage, ob sich sowas nicht auch als Monitor eignen würde. Das virtuelle Rennen hatte mittlerweile leider an Bedeutung verloren, das Team hatte sich nach und nach in alle Winde zerstreut und ich widmete mich mehr und mehr anderen Hobbies wie dem Fotografieren.

Was wäre also, wenn ich meine Monitore gegen ein relativ großes TV-Gerät mit der UHD-Auflösung eintauschen würde? Vielleicht sogar ein Curved-Modell? Denn anders als beim Fernsehgucken macht auf dem heimischen Schreibtisch ein gebogenes Display sogar richtig Sinn, weil man bei dem geringen Abstand zum Display voll im Radius der Biegung sitzt und sich so der Blickwinkel relativ zur Displayoberfläche kaum ändert, wenn man den Blick zu den Rändern des Bildschirm wandern lässt. Da sich bei einem flachen Display durchaus die Farben und der Kontrast ändern, je schräger man auf das Display blickt, versprach ich mir davon schon gewisse Vorteile.

Von einem zuerst angeschafften 50-Zoll Thomson TV mit UHD-Auflösng, aber flachem Display war ich recht enttäuscht, da die Bildqualität zwar recht gut war, aber das Bild zu den Rändern hin deutlich an Kontrast und Farbintensität verlor. Also ein deutliches Indiz dafür, dass in diesem Fall ein Curved-Display doch Vorteile bringen könnte. Also wurde der 50er zurückgeschickt und gegen ein Gerät von Samsung getauscht. Da die gebogenen Displays gegenüber den flachen Displays schon deutlich teurer sind, entschied ich mich hier für ein 40-zölliges Gerät von Samsung, ebenfalls mit UHD-Auflösung.

Wie erhofft war der Kontrast bzw. die Farbintensität zu den Rändern und Ecken hin viel besser und man konnte nahezu keinen Unterschied mehr zur Bildmitte ausmachen. Allerdings stellte sich nun heraus, dass man im Prinzip nun nicht mehr ohne die Skalierung von Windows arbeiten konnte, weil Schrift nun deutlich zu klein dargestellt wurde. Der Zufall wollte es, dass gerade zu der Zeit ein Arbeitskollege auf der Suche nach einem UHD-Gerät für seinen Schreibtisch suchte. Dieser sollte nur für Games und zum Anschauen von Filmen in hoher Auflösung verwendet werden, so dass ich ihm den 40er Samsung verkaufte und mir nun ein Curved-TV von Samsung mit 49 Zoll Diagonale bestellte, ein UE49KU6170. Meine Überlegung war schlicht folgende: Das TV hat sowohl in der Höhe als auch in der Breite die doppelte Auflösung wie mein gewohntes 24-Zoll Display. Und da das neue TV-Gerät auch nahezu doppelt so hoch und breit ist wie der 24-Zöller, sollte die Auflösung pro Zoll auch so gut wie identisch zu meinen bisherigen HD-Monitoren sein.

Und dies ist auch tatsächlich so. Schiebe ich in Windows ein Fenster in die linke untere Ecke des Bildschirms, ordnet es das Betriebssystem so an, dass es exakt ein Viertel des Bildschirms bedeckt. Das Fenster ist mithin exakt 1920 x 1080 Pixel groß und ist auch tatsächlich nahezu genau so groß wie als wenn ich es auf dem 24-Zöller darstelle. So lassen sich beim Arbeiten die vier am meisten verwendeten Programme auf die vier Quadranten des Displays aufteilen und man hat alles im Blick. Meist habe ich links unten das Mailprogramm, unten rechts den Internet Explorer, oben rechts die SCCM-Konsole und oben links die Goup Policy Verwaltung offen.

Zugegeben, die beiden oberen Fenster sind weniger dafür geeignet, um längere Zeit den Blick darauf zu halten, da man dafür den Kopf schon etwas weiter nach hinten beugen muss, als es ergonomisch sinnvoll ist. Längere Texte schreibe ich daher nur in einem der unteren Fenster. Privat profitiere ich enorm von der großen Fläche. Aufgenommene Fotos lassen sich so erst wirklich sinnvoll begutachten. Man sieht auch ohne Vergrößerung jedes Detail, welches man auf einem 24-Zöller erst beim Reinzoomen gesehen hätte. Die Schärfe unterscheidet sich nicht von einem durchschnittlich guten Computerdisplay. Rennspiele im Fullscreen Mode kommen wirklich genial rüber, man hat wirklich das Gefühl, mittedrin zu sein. Nur First Person Shooter spiele ich lieber in einem etwas kleineren Fenster, weil man sonst wirklich ständig den Kopf hin und herdreht, um alles im Bick zu behalten. Ich spiele solche Games meist in einem Fenster mit 2560 x 1600 Größe, das hat sich als beste Auflösung herausgestellt.

Die Krümmung des Displays habe ich schon nach einer halben Stunde nicht mehr wahrgenommen, es erscheint zumindest mir als ganz natürlich, so zu arbeiten. Wer wie ich nie genug Fläche zur Verfügung hat und noch über gute Augen (bzw. wie in meinem Fall einer guten Gleitsicht- oder Computerbrille) verfügt, für den st so ein Groß-Display eine Alternative, die man in die engere Wahl ziehen sollte. Wer aber auf einem normalen 24 Zoll Display bereits die Windows-Skalierung bemühen muss, weil ihm sonst Schrift und Symbole zu klein werden, der wird auch an einem solchen UHD-TV keine richtige Freude haben. Man könnte dann zwar zu einem noch größeren Display greifen, um Pixel wieder etwas zu vergrößern, aber dann muss man seinen Kopf umso mehr bewegen, was einer guten Ergonomie nicht zuträglich ist.

Der große Vorteil eines TV-Gerätes gegenüber einem dieser superbreiten Computermonitore ist der Preis. Curved-TVs mit 49" Diagonale gibts schon ab 500,- Euronen. Alleine ein 37,5"-Computermonitor mit der Auflösung 3840 x 1600 kostet im Schnitt schon ab 1.000 Euro aufwärts, und man hat in der Höhe so gut wie nichts gewonnen gegenüber einem 24-Zöller. Darüber wird die Luft wirklich dünn, denn größere Monitore findet man kaum. Für mich ist der 49er die optimale Lösung für alle Lebenslagen. Platz satt, und wenn es mal nicht so groß sein soll, kann man immer noch in einem kleineren Fenster arbeiten oder zocken. Aber Obacht: Wer sich einmal daran gewöhnt hat, wirklich viel Platz zu haben, kann sich kaum noch an andere Arbeitsplätze gewöhnen.

Manchmal kommt es eben doch auf die Größe an ;-)
Determination: The feeling you have right before you try to do something incredibly stupid
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